Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Brücken

Bevor eine Brücke gebaut wird, hat ein Mensch Träume. Er träumt von der anderen Seite. Er ist ein Mensch mit einer Sehnsucht nach dem anderen Ufer. Dieser Mensch will Entdeckungen machen. Oder er will sich den Weg erleichtern, den er noch oft gehen muss, weil er weiß, dass es anderswo das gibt, was er so sehnlich braucht. Eine Brücke ist ein Stück Weg zu einem neuen Leben.

„Du hast einen schönen Beruf“, sagte das Kind zum alten Brückenbauer, „es muss sehr schwer sein, Brücken zu bauen.“- „Wenn man es gelernt hat, ist es leicht“, sagte der alte Brückenbauer, „es ist leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen. Die anderen Brücken sind viel schwieriger. Die baue ich in meinen Träumen.“ – „Welche anderen Brücken?“ fragte das Kind. Der alte Brückenbauer sah das Kind nachdenklich an. Er wusste nicht, ob das Kind es verstehen würde. Dann sagte er:  „Ich möchte eine Brücke bauen – von der Gegenwart in die Zukunft. Ich möchte eine Brücke bauen von einem zum anderen Menschen, von der Dunkelheit in das Licht, von der Traurigkeit zur Freude. Ich möchte eine Brücke bauen von der Zeit in die Ewigkeit, über alles Vergängliche hinweg.“ Das Kind hatte aufmerksam zugehört. Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber, dass der alte Brückenbauer traurig war. Weil es ihn wieder froh machen wollte, sagte das Kind: „Ich schenke dir meine Brücke.“ Und das Kind malte für den Brückenbauer einen bunten Regenbogen. Wir brauchen keine Brücken mehr zu bauen, sie existieren bereits, auch die von der Traurigkeit zur Freude.

Herr gib mir Mut zum Brücken bauen, gib mir den Mut zum ersten Schritt. Lass mich auf deine Brücken trauen und wenn ich gehe, geh du mit.

Ich möchte gerne Brücken bauen, wo alle tiefe Gräben seh’n. Ich möchte über Zäune schauen und über hohe Mauern geh’n.

Ich möchte gerne Hände reichen, wo jemand harte Fäuste ballt. Ich suche unablässig Zeichen des Friedens zwischen jung und alt.

Ich möchte nicht zum Mond gelangen, jedoch zu meines Feindes Tür. Ich möchte keinen Streit anfangen. Ob Friede wird, liegt auch an mir.


Es gibt große Brücken, kleine Brücken, ganz sichere und manchmal auch ganz wackelige Brücken. Trotzdem haben alle etwas gemeinsam: Brücken verbinden die eine Seite mit einer anderen Seite. Ohne Brücken gäbe es oft kein Hinüberkommen, weil dazwischen ein unüberwindbares Hindernis liegt.

In der Bibel können wir etwas Ähnliches erkennen. Gott steht auf der einen Seite und die Menschen stehen auf der anderen Seite. Das Trennende dazwischen nennt die Bibel Sünde. Na ja, und was Du alles unter Sünde verstehen kannst, das denke ich, weißt Du sicherlich selbst ganz gut.

Und trotzd
em hat es Gott nicht zugelassen, dass diese Trennung zwischen IHM und uns für immer und ewig bestehen bleibt. Er sandte seinen Sohn Jesus, der für Deine Schuld gestorben ist und nun so eine Art Brücke für Dich zu Gott ist. Nur über diese Brückenverbindung, die Jesus-Brücke, kannst Du Gott näher kommen. Alle anderen Versuche schlagen fehl.

Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch (über) mich! Johannes 14, Vers 6


                    

Brückenbauer

Das Wort kommt in der Bibel nicht vor, umschreibt aber die Aufgabe des alttestamentlichen „Hohenpriesters“, der durch seinen Opferdienst die Verbindung zwischen dem ewigen, heiligen Gott und den vergänglichen, unheiligen Menschen herstellt. Für uns tut Jesus Christus diesen hohenpriesterlichen Dienst. Er wird für uns zum Brückenbauer, indem er seinen „Rücken hinhält“, über den wir Menschen auf Gott zugehen können und auf dem Gott zu uns kommt.

Im Namen und Auftrag Jesu Christi ist jeder, der einen Gottesdienst hält und so der Gemeinde die Begegnung mit Gott im Wort und Sakrament, durch Segen und Zuspruch die Vergebung ermöglicht, ein Brückenbauer. Die lateinische Form „Pontifex“ ist ein Titel, den sich der Papst zugelegt hat.

Guter Gott, sei du uns nahe, lass uns deine unendlich große Liebe jeden Tag neu erfahren. Gib, dass wir von Mensch zu Mensch Brücken bauen, damit Friede und Gerechtigkeit auf der Welt herrscht. Darum bitten wir Dich durch Christus unseren Herrn. Amen.

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