Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Endstation Suizid?



Drei grosse Brücken verbinden verschiedene Stadtteile von Lausanne (Schweiz) miteinander. Die bekannteste und mit ihren 23 m höchste Brücke ist die „Pont Bessières“. Einheimische nennen sie auch die „suizidsicherste“ Brücke von Lausanne.
Wer sich hier hinunterstürzt, überlebt garantiert nicht. Jedes Jahr springen durchschnittlich vier verzweifelte Menschen von dieser Brücke in den Tod. Die schlimmste Zeit ist über Weihnachten und Neujahr. Durch ein einschneidendes Erlebnis entschloss sich 1981 der damals 24jährige Joel Albert, über Weihnachten und Neujahr auf der Brücke Wache zu halten. Er war einfach da, sprach mit den einsamen, verzweifelten Menschen, die auf die Brücke kamen, und mit denen, die sich gefährlich nahe am Brückengeländer aufhielten. So rettete er manches Leben. Sein selbstloser Einsatz motivierte auch seine Freunde mitzumachen. Seit dieser Zeit gehört die Brückenwache auf der „Pont Bessières“ zu Weihnachten.

Joel starb 1995, aber seine Vision, für andere da zu sein, lebt weiter. Auch in diesem Jahr werden seine sechs Freunde von Weihnachten bis Neujahr abwechselnd in Zweiergruppen rund um die Uhr auf der windigen Brücke stehen. Und wie jedes Jahr werden sie Menschen begegnen, die verzweifelt, traurig und einsam sind und mit ihnen ein Stück ihres Weges gehen.


Wie schrieb schon Matthias Claudius in seinem Gedicht „Auf einen Selbstmörder“?

„Er glaubte sich und seine Not
Zu lösen durch den Tod.
Wie hat er sich betrogen!
Hier stand er hinterm Busch versteckt;
Dort steht er bloß und unbedeckt,
Und alles, was ihn hier geschreckt,
Ist mit ihm hingezogen. –
Wie hat er sich betrogen“

Zahlen, die für sich sprechen und die nicht sein müssten.

Hilfen für Suizidgefährdete gibt es hier.


Wo gibt es in meinem und Deinem Umfeld Menschen, die auf Brücken stehen, weil sie nicht mehr mit ihrem Leben zurechtkommen und meinen, es geht nicht mehr weiter?

„Brückenwache“ ist angesagt, nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Flachland. „Brückenwache“ tut not, ganz besonders im letzten Monat des Jahres, der für manche Menschen so dunkel scheint, obwohl er doch der Monat ist, in welchem der Geburtstag von dem gefeiert wird, der von sich gesagt hat:

„Ich lebe und ihr sollt auch leben.“


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