Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Gehofft, geglaubt, gekämpft, gewonnen


Es sollte ein „schöner“ Lebensabend werden. Natürlich bin ich noch nicht so weit, aber mit 59 Jahren macht man sich doch schon einmal Gedanken, wie man den hoffentlich langen Rest des Lebens so verlebt, um nicht zu versauern, sondern wie man es mit Leben füllt, damit die Freude, die daraus erwächst, weitergegeben werden kann. Ich wollte am 1.7.2007 aufgrund einer Kündigung meiner alten Versicherungsgesellschaft, bei der ich schon über 15 Jahre tätig war, noch einmal durchstarten und bis 65 weiter unter der Fahne „Der etwas andere Versicherungsvertreter“ loslegen. Doch wie heißt es so schön: „Der Mensch denkt, aber Gott lenkt“. Und das hat er auch, und wie.


Am 8.7.2007 musste ich plötzlich und unerwartet mit einem Notarztwagen ins Krankenhaus gebracht werden, weil mein Darm den Dienst versagte. Da ging nichts mehr: Darmverschluss. Es erfolgte, nachdem eine Entlastung d
urch eine Sonde auch nichts brachte, eine Not – OP mit einem Ergebnis, welches alle meine Pläne und Gedanken, sie waren nicht hochragend, auf einen Streich zunichte machte. „Lymphom“ oder auf Deutsch für den Laien: Lymphdrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium. Für die Fachleute: Mantelzell-Lymphom (Non-Hodgkin-Lymhpom der B-Zellreihe (C838)


Und das bei einem Menschen, der stets leise und zurückhaltend und nie auf der Überholspur gelebt und der 40 Jahre den Menschen von Jesus erzählt hat.

Und nun das total Verrückte. Es stürzte keine Welt ein, auch wenn der Arzt sagte: „Fahren Sie in den letzten Monaten noch in die Karibik und leben Sie!“ Nee, keine gute Idee. Der andere Weißkittel meinte: „Wenn Sie nichts unternehmen, wird Weihnachten und die kommenden Feste für Sie ausfallen, Lymphdrüsenkrebs im fortgeschrittenen Stadium“. Das war´s. War´s das?

Es folgte eine Chemo mit 8 Durchgängen, die nicht anschlug. Dann kam eine Hochdosis-Chemo, verbunden mit Knochenmarktransplantation und Ganzkörperbestrahlung, also das volle Programm.

Ich sah so aus wie die meisten Krebspatienten. Hager, haarlos am ganzen Körper, aber mit Gehirn und Augen, die nicht versagten. Und weil ich am Rande des Todes immer noch ich und Gottes geliebtes Kind war und bin, habe ich auch keine Probleme, diese Bilder zu zeigen. Wenn Gott eine Krankheit zulässt, brauche ich mich nicht zu verstecken.

„Geglaubt, gehofft, gekämpft und verloren?


Von wegen: Gott tat ein Wunder und heilte mich. Das Leben beginnt von vorn. In der Tat, jetzt geht es rund. Plötzlich ist alles anders. Jetzt hat die Umwertung aller Werte begonnen. Das vorher Wichtige wird plötzlich absolut unwichtig, und das scheinbar Unwichtige rückt plötzlich in den Mittelpunkt.



Wer mehr über meinen damaligen Krankheitsverlauf wissen will, mag hier in meinem Blog Einzelheiten über die schwerste Zeit meines Lebens nachlesen.

Ich lebe aus dem Wissen, dass es immer nur aufwärts geht, weil Jesus mein Fahrstuhlführer ist. Unterwegs nach oben durfte ich noch einmal aussteigen. Wenn er sich das einmal anders überlegen sollte, darf ich alles sehen, was ich geglaubt habe. Weil Gott mit mir nur Gutes vorhat, weiß ich auch, dass, was auch kommen mag, es nur gut mit mir auslaufen wird. Deshalb wird es auch immer heißen: „Geglaubt, gehofft, gekämpft und gewonnen!“ Egal, was auch noch in meinem Leben geschehen wird, denn Christen stehen immer auf der Seite des Siegers, auch wenn sie in der Welt scheinbar die größten Verlierer sind.

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Responses

  1. Dieser Artikel, diese Zeilen haben mich sehr beeindruckt.
    U n d mir kam ein einschneidendes Erlebwis von 2004 in Erinnerung.
    Plötzlich denkt und fühlt ‚man‘ anders und nichts ist mehr so wichtig – nichts mehr so wie es vorher war.
    Roswitha Büscher


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