Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Hao, der Rentenretter

Das darf nicht wahr sein….

Jetzt habe ich es endlich schwarz auf weiß. Ich bin ein Retter. Schon in meiner Jugend habe ich damit angefangen. An der Bever-Talsperre in Hückeswagen rettete ich in den 60ger Jahren bei der DLRG so manchen Menschen vom nassen Tod. Später dann nach meiner theologischen Ausbildung zeugte ich so manche geistlichen Kinder, sogar eine überaus gut funktionierende Ehe ist auf meinem Mist gewachsen. Helmut und Rosi sind nunmehr fast 25 Jahre verheiratet. Neidvoll denke ich an sie.


Als Diakon für Spätaussiedler und Vertriebene in den Kirchenkreisen Gifhorn und Wolfsburg habe ich in mehr als 15 Jahren so manches Opfer, was aus dem Land der „Verfolgung ins Land der Versuchung“ gekommen war, aus überteuerten und betrügerischen Verträgen herausboxen können.

Doch was mir in diesen Tagen auf meinen Schreibtisch flatterte, war mir absolut neu. Nun bin ich wohl offizieller Rentenretter, wenn ich meinem inzwischen alten Arbeitgeber glauben darf. So konnte ich es zumindest aus einem Werbefaltblatt lesen, welches ohne mein Wissen meine Versicherungsgesellschaft, für die ich seit 1991 tätig bin, erstellte und wohl an alle meine Kunden geschickt hat.

Hao, der Rentenretter. Dank meines Einsatzes sei die Menschheit aufgeklärt, nun rollt für sie der Rubel, natürlich auch für die Gothaer und nicht zuletzt auch für mich.


Nun, es ist nicht gerade ein schlechtes Gefühl, wenn man ein volles Portemonnaie hat, das will ich schon zugeben. Aber ist das wirklich alles? Kann es mein Lebensziel sein, das Geld der Leute zu vermehren? War da nicht noch etwas mehr? Bin ich, als ich 1973 meine geliebte Gravierkugel als Dank meines Chefs für die geleistete Arbeit geschenkt bekam und eine Bibelschule besuchte, davon ausgegangen, dass man mich einmal als „Rentenretter“ bezeichnet?

Da war mehr viel, viel mehr. Da war der Auftrag Gottes das Licht Jesu in die dunkle Welt zu bringen. Nicht zuletzt lautete doch der Wahlspruch des Johanneums in Wuppertal, wo ich von 1973 bis 1976 studierte: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lukas 19, Vers 10) Nein, ich wollte Menschenretter, Menschenfischer für Jesus werden. Bin ich, nachdem ich 1991 wenige Wochen vor meiner Unkündbarkeit aus dem Öffentlichen Dienst nach einem gewonnenen Arbeitsprozess gegen die Kirche, in das Versicherungsgewerbe „abgestiegen“, um mich 25 Jahre später als „Rentenretter“ verkaufen zu lassen? Das kann es doch wohl nicht sein.


Nein, das ist es auch nicht. Das ist nicht mein Ziel. Ich möchte immer noch, dass Menschen zu Jesus finden, sich ihren Lebensweg von ihm erhellen lassen. Es ist kein Wunschdenken. OK, ich stehe nicht mehr regelmäßig auf der Kanzel, halte keine wöchentlichen Bibelstunden mehr, aber dennoch bin ich ein „Kreuzschnabel“, der vom Kreuz nicht den Mund halten kann und will.

Dabei habe ich u.a. auch das Internet entdeckt und stelle fest, das ich nicht zuletzt durch meine Homepage 24 Stunden predige. Ist doch auch was, oder? Auch meine vielen geistlichen Kolumnen in den Tageszeitungen oder in Internetpublikationen können sich lesen lassen und haben so manchem ahnungslosen Surfer wertvolle Impulse vermittelt.

So wird es denn auch bleiben, auch wenn man mir einen „Rentenretter“ anhängt. Bei der Beerdigung meiner Mutter ist mir wieder neu der Wert ihres Konfirmationsspruches deutlich geworden. „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele“.


Was nützt eine Top-Rente, wenn der Empfänger keinen Frieden mit Gott hat, wenn seine Seele „Schaden nimmt“? Vielleicht kann er sich dann eine besonders teure Beerdigung leisten, aber das war´s denn auch schon. Für die Ewigkeit ist auch die beste Rente absolut untauglich. Wetten? Ein Totenhemd mit Taschen ist wohl unser aller Wunsch, aber doch schwerlich durchzusetzen, auch wenn ich kürzlich gelesen habe, dass sich immer mehr Engländer mit ihrem Handy beerdigen lassen, denn es könnte ja passieren, dass der Tote mal aufwacht. Und wenn er dann kein Handy griffbereit hat…. Unvorstellbar….

Für mich ist in der letzten Zeit wieder neu in den Vordergrund gerückt, dass von Gott geschenkte Zeit Gnade ist. Seit dem Tode meiner Mutter hängt in meinem Arbeitszimmer ihre Uhr mit dieser Aufschrift.

Für eine gute Rente muss man schon in seiner Jugend etwas tun, denn der Staat schenkt einem nichts. Jesus ist zum Glück großzügiger, weil er mich unendlich liebt. Bei Dir ist es genau so. Deshalb zuerst einmal für die Ewigkeit sorgen. Wenn damit alles klar ist, auch mal an den „Rentenretter Hao“ denken. Und der singt so lange „Der Herr ist gut“, jenes Johanneumslied, welches ich mit 44 anderen Brüdern jeden Freitagabend nach der Brüderstunde, die eine Studienwoche abschloss, gemeinsam gesungen habe. Deshalb bedeutet mir der Text sehr viel und gehört zu meinen geistlichen Lieblingsliedern.

Der Herr ist gut, in dessen Dienst wir stehn,
wir dürfen ihn in Demut Vater nennen;
wenn wir nur treu auf seinen Wegen gehn,
so sehn wir ihn von zarter Liebe brennen.
Dies Wort gibt uns im Kampfe Kraft und Mut:
Der Herr ist gut.

Der Herr ist gut und will der Sünder Schuld
nicht unerbittlich mit dem Sehweite rächen;
es ist bei ihm ein Reichtum der Geduld,
er sieht nicht an der Irrenden Verbrechen;
er ist versöhnt durch seines Sohnes Blut.
Der Herr ist gut.

Der Herr ist gut und teilt sich willig mit;
sein Wesen ist ein Brunnen guter Gaben.
Er geht uns nach und fragt bei jedem Schritt,
ob wir nicht was von ihm zu bitten haben.
Wo ist ein Herr, der so mit Knechten tut?
Der Herr ist gut.

Der Herr ist gut. Kein Elend ist so groß,
er hat so Kraft als Neigung, uns zu schützen.
Umschließt uns seiner starken Liebe Schoß,
so kann der Geist in stillem Frieden sitzen.
Es macht sein Schutz, dass man hier sicher ruht.
Der Herr ist gut.

Der Herr ist gut. Wer dies im Glauben schmeckt,
wird nimmermehr aus seinen Diensten gehen.
Hier wird erst recht, was Freiheit sei, entdeckt,
hier kann der Geist im rechten Adel stehen.
Nichts ist umsonst, was hier der Glaube tut.
Der Herr ist gut.

Der Herr ist gut und sieht in Gnaden an
den armen Dienst der Knechte, die ihn lieben.
Er gibt mehr Lohn, als man erwarten kann;
kein kühler Trunk ist unvergolten blieben:
er gibt dafür die ganze Segensflut.
Der Herr ist gut.

Der Herr ist gut. Fallt nieder vor dem Thron!
Wir sind zum Segen herzlich eingeladen.
Lobt unsern Gott, lobt seinen lieben Sohn,
lobt seinen Heilgen Geist, den Geist der Gnaden!
Lobt ihn für alles, was er ist und tut!
Der Herr ist gut.



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Responses

  1. „Wir sind zum Segen herzlich eingeladen.
    Lobt unsern Gott, lobt seinen lieben Sohn,
    lobt seinen Heilgen Geist, den Geist der Gnaden!
    Lobt ihn für alles, was er ist und tut!
    Der Herr ist gut.“

    DANKE !


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