Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Steine I

Die Familie ging zum Friedhof. „Wir besuchen Opa und Oma!“ sagte der kleine Franz. Bei den uralten Gräbern am Eingang blieben sie wie immer zuerst stehen und entzifferten die Jahreszahlen. Meist waren die Steine verwittert und die Gräber ungepflegt und mit Efeu überwachsen. „Warum sehen die Gräber so hässlich aus? Und warum stehen dort keine Blumen?“ fragte Michael immer wieder. „Diese Toten haben keine Angehörigen mehr“, meinte Mutter. „Oder man hat sie vergessen!“ sagte Julia leise. Dann standen sie am Grab der Großeltern. Stumm! Jeder hatte seine eigenen Gedanken. Ob Oma und Opa wussten, dass Julia ganz fest dachte: „Ich hab euch lieb, auch jetzt noch, wo ihr im Himmel seid! Ich will euch nie, nie vergessen.“

Und als sie sich endlich zum Gehen wandten, bückte sich Julia und legte verstohlen etwas auf das Grab. Es war ein
Stein, nur ein Stein! Ein ganzes Stück hinter dem Friedhof erst, den sie stumm und in sich gekehrt verlassen hatten, sagte Vater: „War das die versteinerte Muschel, die du damals in der Eifel gefunden hattest und über die du dich wie ein Schneekönig gefreut hast?“ Julia nickte und Michael krähte dazwischen: „Oma und Opa werden das bestimmt sehen und sich genauso freuen.“ „Wer weiß?“ schränkte der Vater ein. „Jedenfalls war es eine wundervolle Muschel, glatt und ebenmäßig, ein Lebewesen, das vor 400 Mill. Jahren gelebt hat, aber dessen Form noch als dieser Stein sichtbar ist. Ein kleines Wunderwerk.“ „400 Mill. Jahre“, überlegte die Mutter, „eine Zeitspanne, die man sich überhaupt nicht vorstellen kann. Wie kurz dagegen ist ein Menschenleben, 70/80 Jahre. Hundertjährige werden schon wie ein Weltwunder bestaunt.“ „Ich habe den uralten Stein auf das Grab gelegt“, sagte Julia leise, „weil ich will, dass die Großeltern auch nach den nächsten 400 Mill. Jahren nicht vergessen werden, auch wenn niemand aus der Familie mehr lebt.“ „Oma und Opa werden deinen schönen Stein bestimmt sehen und sich darüber freuen“, sagte Michael. Julia wurde es warm ums Herz.


Menschen sind wie Steine. Viele liegen wie selbstverständlich am Rande, sind glatt poliert, jeder kann sie sehen. Manche liegen unscheinbar verstreut im Lauf des Flusses und nur selten verirrt sich ein Blick zu ihnen. Und es gibt Steine, die am Grunde liegen: keiner sieht sie, keiner beachtet sie. Doch wenn diese gefunden werden, sind sie wertvoller als alle anderen, denn jemand hat nach ihnen gesucht.


Entwickelung

Steine, Urgesteine, gewaltige Zeugen von Gottes Natur. Jeder Stein hat seine eigene Geschichte, seine eigene Struktur. Vom Wasser geschliffen, von der Sonne bestrahlt, erzählen sie Geschichten, wie das Leben sie malt. Gewaschen, geschliffen, oval, rund oder flach, sie zeichnen die Spuren des Lebens nach. Millionenfach findest du Steine auf deinen Wegen. Deine Entscheidung macht sie zum Fluch oder Segen. Du kannst sie aufnehmen, sie nützlich verwenden, du kannst mit ihnen zerstörend Leben beenden. Du kannst über sie stolpern und fluchen, aber auch Brücken bauen und mit ihnen Frieden suchen.


Die Bibel erzählt viel von „versteinerten Herzen“, von Verbitterung, von Hass, von Neid und dadurch verursachten Schmerzen. Sie zeigt, wie der Mensch dem Menschen zum Wolf wird, wie er als Verführter verfinstert umherirrt.

Jesus Christus, Gottes lebendiger Stein, Gott, der Vater, stellte ihn selbst in diese Welt hinein. Um zu suchen und zu finden, was verloren, was versteinert, verformt oder verkümmert ist, um zu retten und zu kitten, was vom Leben erschlagen ist. Geläutert, verändert, neu geformt und gebrannt, aus hartem Stein wird er ein kostbarerer Diamant. Jetzt weich und wertvoll, voll Schönheit und Kraft, mit neuem Herz der Mensch nun auch Neues schafft. Jedes dieser Herzen hat seine ganz eigene Struktur, erzählt von der Größe Gottes, seiner Macht, vom Leben pur.


Vom Wasser geschliffen, von Jesu Liebe verändert und gebrannt, erzählen sie dir Gottes Geschichte, zeigen seine formende Hand. Sie weisen auf Ihn mit ihrem veränderten Leben, denn Gott verspricht: „Ich will euch das steinerne Herz nehmen und euch ein fleischernes geben.“

Herr, wir wollen nicht auf andere zeigen und Steine werfen, sondern Acht haben auf unsere Herzen. Gib du uns dazu die nötige Weisheit und Kraft. Wir wollen an uns selber arbeiten und uns einfügen in deinen großen Bau des Lebens. Zeige du uns den Platz und gib du uns die richtige Arbeit. Segne du jeden Stein, der uns auf dem Wege liegt. Gib uns die Einsicht, Widerwärtiges anzunehmen und in deinem Lichte zu sehen. So wird es hell …

Mach du Steine zu Brot, wo die Erde unbewohnbar geworden ist. Gib uns Nahrung für Geist, Seele und Körper. Und lass uns teilen, was wir erhalten haben… Zeig uns auch die Steine, die schönen, auf dem Weg des Lebens. Sie erzählen von deinen Wundern, deiner Phantasie und Kraft …

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=rwLDTxrpIOU&w=560&h=315]
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