Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Veränderungen

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.


Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns schützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

83-Jährige bekommt Strafzettel für langsames Gehen

Eine 83 Jahre alte Australierin hat einen Strafzettel bekommen, weil sie zu langsam über die Straße gegangen ist. Die Rentnerin Pat Gallen aus Malanda im Bundesstaat Queensland sollte 30 australische Dollar (knapp 20 Euro) Strafe zahlen, weil sie die Straße nicht „auf dem direktesten Weg“ überquert hat, wie die Tageszeitung „The Daily Telegraph“ berichtete. „Sie hat gar nicht gewusst, ob sie lachen oder weinen soll“, sagte ihre Freundin Fay Millist. „Alle haben das falsch gefunden, vor allem bei jemandem in dem Alter.“ Gallen geht den Angaben zufolge am Stock. Ein ranghoher Polizeibeamter sagte der Zeitung „Cairns Post“, in Anbetracht der Umstände und des „öffentlichen Interesses“ an dem Fall sei der Strafzettel zurückgenommen worden. Gallen sagte, sie hätte notfalls vor Gericht darum gekämpft, die Strafe nicht zahlen zu müssen. „Aber die Sache hat sich erledigt, die Polizei hat sich entschuldigt, jeder hat mal drüber gelacht, und jetzt können wir es vergessen.“

Hofffnung

Herr, du weisst besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter werde – und eines Tages alt bin. Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit etwas sagen zu müssen. Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.

Lehre mich, nachdenklich – aber nicht grüblerisch, und hilfreich – aber nicht diktatorisch zu sein.

Bei der Ansammlung von Weisheit erscheint es mir ja schade, sie nicht weiterzugeben, aber du verstehst, Herr, dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.

Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen, zur Pointe zu kommen. Lehre mich Schweigen über Krankheiten und Beschwerden.

Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr. Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.

Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich irren kann. Erhalte mich so liebenswert wie möglich.

Ich möchte kein Heiliger sein – mit ihnen lebt es sich so schwer. Aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.

Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken und verleihe mir, Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.


Du kannst doch nicht ewig Kind bleiben wollen! Du kannst doch nicht immer nur lachen! So sei doch endlich vernünftig, nicht so übermütig! So sei doch realistisch, das sind doch kindische Vorstellungen! Und überleg dir doch ernsthaft – was müssen denn die Anderen von dir denken, wenn du in deinem Alter noch kicherst wie ein Teenager? Noch Blödsinn im Kopf hast wie ein Spätpubertärer? So gewöhn dich doch endlich daran, würdevoll zu gehen, nicht zu hüpfen! Mit leiser, gewählter Stimme zu sprechen, nicht zu quietschen, zu kichern! Einen gesetzten Eindruck zu vermitteln, du solltest doch Vorbildwirkung haben, Dich endlich deinem fortgeschrittenen Alter gemäß zu benehmen, zu kleiden! 

Merkst du es nicht? Vorbei ist die Jugend, die Zeit der Sorglosigkeit! Vorbei ist das Lachen, die Freude der Übermut, der sprühende Lebenswille! Ernsthaftigkeit und Würde sollen deine Ausdrucksmöglichkeiten bereichern!

Schau doch mal wie entsetzt die Nachbarskinder auf dich reagieren! Du bist so schrecklich unangepasst! Du benimmst dich richtig unangemessen!

In DEINEM Alter macht man so was nicht mehr!
… trägt diese Farben nicht mehr
… hört diese Musik nicht mehr
… hat diese Gedanken nicht mehr
… ist es nicht mehr dieses drängende
Leben, diese überschäumende Freude

In DEINEM Alter bereitet man sich bereits vor
.. auf einen leisen Abschied
… auf einen würdigen Erben
… auf ein bezahltes Grab
… auf einen Platz in einem Altenheim


Der Brief einer älteren Dame

„Könnte ich mein Leben nochmals leben, dann würde ich das nächste Mal riskieren, mehr Fehler zu machen. Ich würde mich entspannen, lockerer und humorvoller sein als dieses Mal. Ich kenne nur sehr wenige Dinge, die ich ernst nähme. Ich würde mehr verreisen und ein bisschen verrückter sein. Ich würde mehr Berge erklimmen, mehr Flüsse durchschwimmen und mir mehr Sonnenuntergänge anschauen. Ich würde mehr spazieren gehen und mir alles besser anschauen. Ich würde öfter ein Eis essen und weniger Bohnen. Ich hätte mehr echte Schwierigkeiten als ein gebildeter Mensch. Müsste ich es noch einmal machen, ich würde einfach versuchen, immer nur einen Augenblick nach dem anderen zu leben, anstatt jeden Tag schon viele Jahre im Voraus. Könnte ich noch einmal von vorne anfangen, würde ich viel herumkommen, viele Dinge tun und mit sehr wenig Gepäck reisen. Könnte ich mein Leben nochmals leben, würde ich im Frühjahr früher und im Herbst länger barfuß gehen. Ich würde mir nicht so hohe Stellungen erarbeiten, es sei denn, ich käme zufällig daran. Auf dem Rummelplatz würde ich viel mehr Unsinn machen und mehr Gänseblümchen pflücken“.


Viele Veränderungen gibt es in einem Menschenleben. Vom Kleinkind zum Schulkind, von der Schule zum Beruf, von der Freundschaft zur Ehe, vom Mann zum Vater, von der Mutter zur Großmutter, von der Berufstätigkeit zum Rentnerdasein. Dazu Wohnungswechsel, Hausbau, vielleicht auch notwendige Trennungen und viele Veränderungen mehr. Nicht immer laufen die Veränderungen in unserem Leben so positiv. Die Erfahrung von „Unbehaustheit“ gehen sehr tief. Veränderungen sind immer eine zwiespältige Sache.


Das Neue Testament sagt: „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“ Wir können wissen, wohin wir gehören, nämlich zu Gott und seinen Heiligen, zu all denen, die als Christen leben wollen. Da sind wir zu Hause, und aus diesem Zuhause können wir nicht wieder vertrieben werden. Das Leben in Gästebetten, die Erfahrungen der Fremde haben ein Ende. Wir wissen, wohin wir gehören. Wer das glaubt, den müssen die Veränderungen in seinem Leben nicht mehr schrecken. Er kann aufbrechen, um noch einmal mit Hermann Hesse zu sprechen, „um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben“. Der kann auch loslassen, vielleicht sogar akzeptieren, dass die Kräfte abnehmen und Hilfe nötig wird.


Christen sind und bleiben Gottes Hausgenossen, und dieser Hauswirt wird niemals Eigenbedarf anmelden und uns vor die Haustür setzen. Denn sein „Eigenbedarf“ ist es ja, dass wir dazugehören – zu ihm und zu den Geschwistern im Glauben.


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