Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Von guten Mächten


Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das Alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns bereitet hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.


Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.


Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.



Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Bis die Seele nachkommt

Ein europäischer Biologe hatte für eine Himalaya- Expedition eine Gruppe indischer Träger angeheuert.Der Forscher war in großer Eile, denn er wollte schnell an sein Ziel kommen. Nachdem die Gruppe den ersten großen Pass überschritten hatte, erlaubte er ihnen eine kurze Rast. Nach einigen Minuten rief er aber wieder zum Aufbruch. Die indischen Träger blieben aber einfach auf dem Boden sitzen, als hätten sie ihn gar nicht gehört. Sie schwiegen und ihr Blick war zu Boden gerichtet. Als der Forscher die Inder schärfer aufforderte, weiterzugehen, schauten ihn einige von ihnen verwundert an. Schließlich sagte einer: „Wir können nicht weitergehen. Wir müssen warten, bis unsere Seelen nachgekommen sind.“


Die kleine Welt

Unsere Welt wird jeden Tag kleiner für uns. Die Entfernungen schrumpfen. Wir fliegen dahin. Hoch über den Wolken serviert man das Frühstück, dann bist du in Hamburg oder Berlin. Paris nur ein Sprung, auch Rom ist nicht weit. Nach New York übern Teich, das schaffst du in wenigen Stunden. Die Menschen dagegen entfernen sich mehr und mehr voneinander. Höchstens: „Wie geht’s? – Na und dir? ­Mach’s gut“ und „bis bald, wir telefonieren!“ – Das war’s, das war auch schon alles. Menschen von heute. Die Meisten hast du ja längst aus den Augen verloren. Manchmal trifft man sich irgendwo wieder, vielleicht in Madrid, und fragt dann erstaunt:“Ach, gibt es dich noch?“



Lebe wie die Bäume,
deren Wurzel bei der Quelle ist.
Schau Dich an mit Gottes Augen
und beginn zu sehn`
wie stark Du bist!
Lebe, der Herr des Lebens
schüttet Dir die Hände voll.
Lebe aus seiner Quelle, lebe wohl.


Lebe wie die Lilien,
die Du Gottes Sonne trinken siehst.
Schau Dich an mit seinen Augen
und beginn zu sehn`
wie schön Du bist.
Lebe, der Herr des Lebens
schüttet Dir die Hände voll.
Lebe in seiner Wärme, lebe wohl.


Lebe wie die Kinder,
deren Herz für Liebe offen ist!
Schau Dich an mit Gottes Augen
und entdecke, wie geliebt Du bist!
Lebe, der Herr des Lebens
schüttet Dir die Hände voll.
Lebe von seiner Liebe, lebe wohl.


Möge Dein Weg Dir freundlich entgegenkommen, möge der Wind Dir den Rücken stärken! Möge die Sonne Dein Gesicht erhellen und der Regen um Dich her die Felder tränken! Und bis wir beide, Du und ich, uns einmal sehen, möge Gott Dich schützend in seiner Hand halten.

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Responses

  1. „Von guten Mächten wunderbar geborgen,
    erwarten wir getrost, was kommen mag.
    Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
    und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

    DANKE für den Beitrag
    !
    dieser Text von dem zu bewundernden Dietrich Bonhoeffer berührt mich tief, er erinnert mich an meinen Vater, der ihn mir schon ins Poesiealbum schrieb und oft verschenkte.
    Er gibt mir Mut und Hoffnung.


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