Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Wurzeln

Auf einer Wiese steht noch heute eine mächtige Buche. Vor vielen Generationen hatte ein Tier unverdaut ein Bucheckersamen ausgeschieden. Weitab von Ihresgleichen war sie aufgegangen. Da das Gelände zu einem Bach abfiel, war es dem Bauern zu mühsam gewesen, das Gras zu mähen. Die Tiere hatten sie einigermaßen geschont, sodass sie als junges Bäumchen hatte gut wachsen können. Ihre Wurzeln hatte sie tief in die Erde geschlagen, und das war gut so. So manchem kräftigen Sturm hatte sie widerstehen können. Auch wenn im Sommer der Bach mal ausgetrocknet war, reichten doch ihre Wurzeln tief genug, um Wasser zu finden.

Auf der anderen Seite des Baches stand bis vor kurzem eine Plantage mit Apfelbäumen. Eines Tages hatten die jungen Apfelbäume die alte Buche verspottet. „Du alter Kerl, was stehst du da so nutzlos herum? Wir sind wichtiger als du. Täglich kommt der Besitzer vorbei, um nach uns zu sehen, doch an dir reiben sich höchstens die Wildschweine ihre Schwarten. Unsere Äpfel machen den Menschen Freude, doch deine kümmerlichen Bucheckern will kaum einer haben.“ So ging es Tag um Tag.

Eines Tages wurde es der alten Buche doch zu dumm, und sie sagte den jungen Apfelbäumen: „Warum müsst ihr euch denn von Holzpfählen stützen lassen? Habt ihr denn nicht genug Wurzeln, um mit eigener Kraft stehen zu können? Sind nicht erst neulich beim letzten Wind einige von euch Apfelbäumen umgeknickt? Könnt ihr denn nicht selbst euer Wasser aus der Erde holen?

Warum muss denn der Besitzer kommen und euch tränken?“ Doch die jungen Bäume riefen: „Das verstehst du nicht, alte Buche! Wir sind eben wichtig; wir müssen gut gepflegt werden!“ Die alte Buche erinnerte sich gut an diese Auseinandersetzung mit den jungen Bäumen. Doch dann hatte eine Veränderung die nächste gejagt. Erst war der alte Besitzer der Plantage gestorben, und es hatte sich kein Interessent für die Anpflanzung gefunden.


Da der Sommer sehr trocken ausgefallen war, verkümmerten gerade etliche von den jungen Bäumen sehr schnell. Die alte Buche hörte Tag und Nacht ihr Schreien, doch ihre Wurzeln reichten nicht zum Grundwasser. Als dann die Herbststürme kamen, wurden viele der Apfelbäume entwurzelt. Im Winter wurde dann die Plantage verkauft. Bald wurden die Obstbäume umgesägt, der neue Besitzer hatte andere Pläne mit dem Stück Land. Doch die alte Buche steht hoffentlich noch viele Jahre.

Miteinander geht es besser

Wissenschaftler haben die Wurzeln von Bäumen untersucht, die eng nebeneinander wuchsen, sodass die Wurzeln sich berührten. Die Wissenschaftler vermuteten, dass jeder Baum versuchen würde, mit seinen Wurzeln besser an Wasser und Nährstoffe zu gelangen und versuchen würde, die Wurzeln des Nachbarbaums zurückzudrängen. Weit gefehlt – genau das Gegenteil entdeckten sie: Dort, wo sich die Wurzeln zweier benachbarter Bäume begegneten, da wurde eine Substanz gebildet, die die Konkurrenz abbaute. Es ist eine Art Pilz, der die Wurzeln der beiden Bäume miteinander verbindet. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Bäume dann nicht konkurrieren, sondern kooperieren. Das ist so auch bei Bäumen ganz unterschiedlicher Art. Die Bäume helfen einander: Der eine Baum hat lange Wurzeln und kommt tiefer an Wasser, der andere kann bestimmte Nährstoffe aus dem Boden lösen, der dritte Baum bekommt gut Licht – und durch diese Verbindung im Wurzelbereich profitieren die Bäume voneinander. Können wir Menschen an dieser Stelle nicht von den Bäumen lernen?


Wurzel des Lebens

Wie eine Wurzel durch steinerne Erde sich bricht
Sind die Worte Gottes eine Art Liebesgedicht
Wie starke Wurzeln tief in schwarze Erde sich graben
Will Gott menschliche Herzen füllen und laben.

Wie eine starke Wurzel den Lebensbaum hält
Will Gott uns schützen als Weinstock in dieser Welt
Wie einen Wurzelstock an dem süße Trauben reifen
Dürfen wir uns als seine geliebten Kinder begreifen.

Teil dieses stattlichen Stammbaums der göttlichen Liebe zu sein, dazu lädt Gott höchstpersönlich jeden Menschen ein. Durch die unendliche Liebe seines Sohnes Jesu Christ sei dir gewiss, dass du ein reingewaschenes vollendetes Zweiglein dieses Lebensbaumes bist. So aufgehoben kannst du dich zur vollen Blüte entfalten. Du wirst von dem kräftigsten Baumstamm und seinen Wurzeln gehalten.

Mach in mir Deinem Geiste Raum,
Dass ich Dir werd ein guter Baum,
Und lass mich Wurzeln treiben;
Verleihe, dass zu Deinem Ruhm,
Ich Deines Gartens schöne Blum
Und Pflanze möge bleiben.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: