Verfasst von: Hao | 29. November 2011

Eine Frage der Perspektive


Die Schnecke und der Kirschbaum

Es war einmal eine Schnecke, die sich an einem nasskalten, grauen und stürmischen Frühjahrstag aufmachte, am Stamm eines Kirschbaumes hinaufzuklettern. Die Spatzen, die überall im Garten saßen, lachten über die Schnecke und zwitscherten: „Du bist ja ein Dummkopf – schau doch, da sind überhaupt keine Kirschen am Baum! Warum machst Du Dir die Mühe, da hochzuklettern?“ Die Schnecke kroch unbeirrt weiter und sagte zu den Spatzen: „Das macht mir nichts – bis ich oben angekommen bin, sind Kirschen dran!“



Eine Frage der Perspektive

Sherlock Holmes und Doktor Watson gingen zusammen zum Campen. Sie verbrachten einen wundervollen Tag in der freien Natur und wanderten durch die hügelreiche Landschaft. Als es dämmerte, errichteten sie ihr Zelt. Nachdem sie ein köstliches Mahl zubereitet und aufgegessen hatten, fielen sie beide müde in den Schlaf. Sehr früh in der Nacht wachte Holmes auf, grunzte etwas und weckte seinen Assistenten mit einem leichten Stoß in die Rippen. „Watson“, sagte er, „öffne schnell die Augen und schau hinauf zum Himmel. Was siehst Du?“ Watson erwachte schlaftrunken. „Ich sehe Sterne, Holmes“, antwortete er, „unendlich viele Sterne.“ „Und was sagt Dir das, Watson?“, fragte Holmes. Watson dachte für einen Augenblick nach. „Tja Holmes, das sagt mir, dass dort draußen ungezählte Sterne und Galaxien sind und wahrscheinlich Tausende von Planeten. Ich nehme deshalb an, dass doch eine ganze Menge gegen die Theorie spricht, dass wir allein im Universum sind. Ich schau hinauf in den Himmel und fühle mich demütig angesichts dieser unendlichen Weiten. Und was sagt es Dir?“ „Watson, Du bist ein Narr!“, rief da Holmes. „Mir sagt es, dass jemand unser Zelt gestohlen hat!“



Was man zu schätzen weiß

Ein Mann kam völlig aufgebracht zu seinem Freund: „Ich brauche dringend Hilfe – sonst werde ich noch verrückt! Meine Frau und ich leben mit unseren Kindern und den Schwiegereltern in einem einzigen Raum. Wir sind mit unseren Nerven am Ende, wir brüllen uns an und schreien. Es ist die Hölle.“ „Versprichst Du, alles zu tun, was ich Dir sage?“, fragte der Freund den Mann. „Ich schwöre, ich werde alles tun, was Du mir sagst.“ „Gut“, sprach der Freund, „wieviele Haustiere hast Du?“ „Eine Kuh, eine Ziege und sechs Küken.“ „Nun nimm sie alle zu Dir ins Zimmer. Dann komm‘ in einer Woche wieder.“ Der Mann war entsetzt. Aber er hatte ja versprochen zu gehorchen. Also nahm er die Tiere mit ins Haus. Eine Woche später kam er wieder, ein Bild des Jammers. „Ich bin ein nervöses Wrack. Der Schmutz! Der Gestank! Der Lärm! Wir sind alle am Rande des Wahnsinns!“, rief er, als er den Meister sah. „Geh nach Hause“, sagte der Freund, „und bring‘ die Tiere wieder nach draußen.“ Der Mann rannte den ganzen Heimweg. Und er kam am nächsten Tag wieder zum Freund. „Wie schön ist das Leben! Die Tiere sind draußen. Die Wohnung ist ein Paradies – so ruhig und sauber und so viel Platz!“

Der Wettstreit zwischen Sonne und Wind

Der Wind und die Sonne gerieten eines Tages darüber in einen Streit, wer es von den beiden wohl schneller schaffen würde, den Wanderer dazu zu bringen, seine Jacke auszuziehen. „Ok“, sagte der Wind, „lass uns einen Wettkampf dazu machen.“ Der Wind begann. Er blies so fest er nur konnte und stürmte und tobte und wollte dem Mann seine Jacke mit Gewalt vom Leib reißen. Aber der Wanderer zog seine Jacke nur immer fester um sich und hielt sie mit beiden Händen fest. Nach einer ganzen Weile gab der Wind auf. Dann war die Sonne an der Reihe. Sie wählte einen anderen Weg: Liebevoll sandte sie dem Wanderer ihre warmen Strahlen. Und es dauerte nicht lange, bis er die Jacke aufknöpfte und sie ganz auszog.




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