Verfasst von: Hao | 24. Dezember 2011

Aktuelles

Am Ostersonntag 1939 zog sich der evangelische Pfarrer Paul Schneider trotz größter Schmerzen, die ihm die Nazi-Aufseher im KZ Buchenwald zugefügt hatten, an den Gitterstäben seiner Zelle hoch und rief den Mithäftlingen draußen auf dem Appellplatz zu: „Hier wird gefoltert und gemordet. So spricht der Herr: ,Ich bin die Auferstehung und das Leben!‘ Weiter kam er nicht. Massive Stockschläge ließen ihn verstummen.

Auf der einen Seite ein geschlagener und geschundener Pfarrer, wehrlos den Nazichergen ausgeliefert, auf der anderen Seite die über Leichen gehenden Nazis. Wo die Macht lag, ist überdeutlich.


Die Jahreslosung 2012: „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ zeigt die andere Seite, die wahren Machtverhältnisse. Plötzlich wird der Geschlagene und vom Tod gezeichnete KZ-Häftling Träger der Kraft Gottes, während die braunen Uniformträger wie Kinder erscheinen, die meinen, sie wären die Herren der Welt. Dabei haben sie nicht mal im Kinderzimmer das Sagen, auch wenn sie mit einer Plastikpistole protzen und einen Sheriffstern tragen.


Gott macht nicht immer gleich Licht, wenn wir vom Dunkel der Welt umfangen sind und andere das Sagen über uns haben, so dass wir uns fürchten müssen. Nicht die Wendung der Not tröstet uns, sondern die Nähe des Helfers. Nicht die Veränderung der Situation ist die Hilfe, sondern die wachsende Vertrautheit mit dem Helfer ist die Überwindung der Angst.


Vertrauen ist keine eigene Kraftleistung gegen die Schwäche der Angst, sondern ein Vertrautwerden mit dem Helfer gegen die Nöte und Ängste des Lebens. Hiob wollte Klarheit über sein Schicksal. Aber Gott machte ihm nicht Licht, sondern schenkte ihm seine Gegenwart. Paulus wollte die Abwendung seiner Not, aber Jesus schenkte ihm seine ganze Nähe in der Not. Die Reihe der scheinbar Schwachen, die aber in der Stärke Gottes lebten, geht durch die Jahrhunderte bis in unseren Alltag. Wenn Paul Schneider aus dem KZ in seinem letzten Brief an seine Frau kurz vor seinem Tode schreibt „Es darf ja nicht schwerer kommen, als wir tragen können, diese Zusage haben wir“, dann gilt das aus für uns heute zum Jahreswechsel.

Wenn wir 2012 im Glauben lernen und reifen wollen an dem, was uns aufgegeben wird, und überwinden, dann kann am Anfang und Ende nur „Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ stehen.


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