Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Prinzipien der Esoterik

Was aber nun wirklich die Esoterik ist und will, wissen nur die Wenigsten, meinen doch Viele, es wäre eine gute und praktische Ergänzung zum christlichen Glauben. So kann man ohne Bedenken an den Kinderglauben, also an den „lieben Gott und seine so vertrauten Schutzengel“ anknüpfen, welche stets schön aufpassen, dass einem auch gar nichts geschieht. Doch weit gefehlt. Dass Esoterik und christlicher Glaube sich auf das Schärfste widersprechen, wird schnell deutlich, wenn man in die Tiefe geht und sich nicht von christlichen Vokabeln bei der Esoterik blenden lässt.

Wer sich einmal die Mühe gemacht hat, sprachlich nach zu graben, wird erfahren, dass das Wort Esoterik von seiner griechischen Bedeutung soviel heißt wie „inneres, innerliches, verborgenes, geheimes Wissen“, das nur für Personen bestimmt ist, die sich einem inneren Kreis zugehörig fühlen.

Esoterik ist demnach ein Synonym für eine Geheimlehre, die nur Eingeweihten zugänglich gemacht wird. Im Gegensatz dazu steht der christliche Glauben, der sich als eine offene und für jeden zugängliche Lehre präsentiert. Hier wird zwar auch vom Geheimnis des Glaubens gesprochen, aber in einem absolut anderen Zusammenhang.


Gott wird in der Esoterik nicht durchgängig als persönliches Gegenüber, sondern als „die höchste Schwingung“, als „die vollkommene Liebe“ als „kosmisches Bewusstsein, Urgrund des Geistes“, oder als „Lichtenergie“ und Ähnliches aufgefasst. Der Unterschied zwischen Gott, Mensch, Tier, Pflanze, Erde wird häufig nur graduell gesehen, die naturalistische Wirklichkeit wird als Erscheinungsform „fließender Energie“ gedeutet. Gott wird im esoterischen Umfeld als universelle Quelle allen Seins empfunden, ähnlich der Auffassung im Hinduismus oder im Yoga.

Die persönlichen Gottesbilder der Bibel (Vater oder Schöpfer) werden als naiv abgetan. Die Vorstellung, dass Gott dem Menschen als Richter gegenübertritt, ist der Esoterik fremd. Das Gottesbild in der Esoterik ist also unpersönlich und ungeschichtlich. Man spricht von einem Ziel der menschlichen Existenz, eine Entwicklung des Bewusstseins hin zum Göttlichen und Absoluten. Dieser Heilsweg steht im Gegensatz zur christlichen Hoffnung. Außerdem handelt es sich um einen ausgeprägten Heils-Individualismus: Nicht der Gemeinschaft der Glaubenden gilt die „Hoffnung“, sondern dem Einzelnen. Der Geist – das Bewusstsein – des Menschen ist unsterblich und bekleidet sich immer wieder mit einem materiellen Leib. Er erlebt deshalb viele Reinkarnationen, die man zur Höherentwicklung des Bewusstseins nutzen muss. Das Bewusstsein des Menschen ist der Materie übergeordnet oder sogar die einzige Realität. Das eigene Bewusstsein ist deshalb Ursache des persönlichen Ergehens, auch von Krankheiten, Lebenskrisen und Geldproblemen, denn der Mensch ist letztlich „Schöpfer seines Lebens.“


Man redet von dem Prinzip des Geistes: Ein Schöpfergeist ist die Quelle des Lebens, Geist herrscht über Materie. Auch findet man das Prinzip von Ursache und Wirkung: Handlungen des Menschen wirken über sein Karma auf ihn selbst zurück. Weiterhin ist für einen Esoteriker das Prinzip der Entsprechung wichtig. Dinge hängen über Analogien zusammen: Wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie im Großen, so im Kleinen. Nicht vergessen werden darf das Prinzip der Resonanz: Gleiches hängt mit Gleichem zusammen und verstärkt sich; Ungleiches stößt sich ab.

Aber auch das Prinzip der Harmonie ist unverzichtbar: Alles strebt zur Harmonie und zum Ausgleich; das Schwächere passt sich dem Stärkeren an. Zu erwähnen ist auch noch das Prinzip des Rhythmus. Alles unterliegt einer Polarität: Alles besitzt jeweils ein Paar von Gegensätzen oder Polen, gleich und ungleich sind dasselbe, Gegensätze tragen nur entgegengesetzte Vorzeichen. Dass es breite Überschneidungen zwischen Esoterik im engeren Sinne und der Anthroposophie nach Rudolf Steiner im weiteren Sinne gibt, sei nur am Rande erwähnt.

In den letzten 150 Jahren hat sich die Esoterik inhaltlich zu einer Weltanschauung gewandelt, deren Anhänger sie oft als allumfassend und universalreligiös und als Vereinigung der Urlehren aller Religionen sehen. Seit den 1930er und in einer zweiten großen Welle seit den 1980er Jahren ist die Esoterik – insbesondere im westlichen Kulturkreis – zu einer Massenbewegung mit Breitenwirkung geworden, die viele, teilweise widersprüchliche Teilströmungen umfasst.

Fazit:

Die Esoterik ist nicht ein harmloser Tupfer auf der bunten Farbpalette der religiösen Möglichkeiten, wie man sein Leben sinnvoll gestalten und in die richtigen Bahnen lenken kann, sondern eine geschickte Masche des Teufels, welche Gestalt er auch immer haben mag. So schreibt Paulus den Ephesern ins Stammbuch: „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herrschern der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“

Wer die Esoterik, die ja Jesu Erlösungstat verharmlost und negiert, als christliche Glaubensergänzung versteht, muss sich spätestens hier eines Besseren belehren lassen.

Ende der 80er Jahre musste ich einmal für die Silvesterausgabe einer Zeitung eine Lesergeschichte über eine Wahrsagerin schreiben. Ich wehrte mich zwar dagegen, aber die Kollegen waren alle in Urlaub. Von der freundlichen Frau wurde mir in einem telefonischen Vorgespräch eine kostenlose Kartenlegung zugesagt, die ich aber nie in Anspruch genommen hätte, wenn es denn dazu überhaupt gekommen wäre. Bei dem Interview erkannte meine Gesprächspartnerin schnell, dass ich „von der anderen Seite“ war. Auch ich merkte bis hin ins Körperliche, dass ich es nicht nur mit einem Menschen zu tun hatte. Das Ergebnis ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Ein schnelles Ende des Interviews und ein noch schnellerer Rausschmiss, schließlich standen sich zwei Welten, zwei Mächte gegenüber, die Vertreterin der schwächeren Macht musste kapitulieren und verwies mich als den Stärkeren des Hauses.


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