Verfasst von: Hao | 26. November 2011

Segen


Ich will dich segnen … und du sollst ein Segen sein. 1. Mose, 12, Vers 2

Ein alter Mann ist taub. Er geht aber jeden Sonntag zum Gottesdienst. Als ihn jemand fragt, warum er denn in die Kirche gehe, obwohl er kein Wort verstehe, antwortet er: „Der Segen!“.

Was versteht man aber unter Segen, und was bedeutet es, wenn wir sagen: „An Gottes Segen ist alles gelegen?“ Segen kommt von „signare“, anders ausgedrückt: Mit einem Zeichen versehen. Gott hat uns gekennzeichnet, so dass wir unter seinem Schutz stehen. So gab er Kain das Zeichen der Verschonung, Noah das Zeichen des Regenbogens und Mose das Zeichen des brennenden Dornbusches. Zeichen über Zeichen. Es gibt aber ein Zeichen, in das alle anderen eingeschlossen sind: Es ist das Kreuz Jesu.

Ein kleines Mädchen kommt vom Dorf in die Stadt, sieht die vielen Kirchentürme und fragt die Mutter: „Warum sind auf den Kirchen Pluszeichen?“

Das Leben eines Christen steht unter dem Pluszeichen Gottes. Aufgrund unseres schuldhaften Verhaltens steht unser Leben ja eigentlich unter einem Minuszeichen. Durch die Tat Jesu am Kreuz wird es aber in ein Pluszeichen verwandelt. Wir sind so von Gott zum Leben gezeichnet, gesegnet. Man muss nicht weit blättern in der Bibel; schon auf den ersten Seiten findet sich diese Verheißung Gottes. Wollte man zählen, wie oft sie ergeht, so könnte selbst die große Zahl die Fülle des verheißenen Segens nicht fassen. Schauen wir sie uns an, die Männer und Frauen der Bibel: Abraham, Isaak, Jakob … Wird an ihnen erkennbar, was ein gesegnetes Leben ist? Worin besteht es überhaupt: Ansehen, Reichtum, Gesundheit, Erfolg? All diese Wohltaten nimmt der Gläubige aus Gottes Hand. Aber was, wenn sie ausbleiben oder gar wieder genommen werden? Wo ist dann der Segen? Er kann gar nicht genommen werden, sondern bleibt beständig, selbst in schweren Tagen, wenn alles dagegen spricht. Segen verwirklicht sich – vielleicht erst recht – im göttlichen Trost, in Gottes Barmherzigkeit und im Frieden. Paulus schrieb an die Epheser: „Gelobt sei Gott … der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.“

So gilt denn auch uns: „… du sollst ein Segen sein.“ Die Lebensart heute ist geprägt von Misstrauen, Skepsis, Kritik, Entfremdung. Mancher fühlt sich als „gebranntes Kind“ und zieht sich zurück. In solch einer Umwelt sagt Gott zu seinen Kindern: „Du sollst ein Segen sein.“ Wichtigste Voraussetzung dafür ist das Versöhntsein. Erst wenn die gestörte Verbindung zum Nächsten wiederhergestellt ist, wenn Vorwürfe oder Verdächtigungen ausgeräumt sind, kann Segen fließen. Und welcher Nachfolger Jesu möchte nicht unter der Verheißung stehen? Doch dann sollte man auch bereit sein, Segen nicht nur zu empfangen, sondern auch weiterzugeben: im guten Wort, im Trost, in der Fürbitte, im Dank.

Gott, der Herr, sei vor dir,
um dir den richtigen Weg zu zeigen.
Er sei neben dir,
um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir,
um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.
Er sei unter dir,
um dich aufzufangen, wenn du fällst
und dir Kraft zu geben, wenn du am Ende bist.
Der Herr sei in dir,
um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Er sei über dir,
um dich jeden Augenblick mit seiner Nähe zu erfreuen.
So segne dich der gütige Gott.
Amen


Alles ist an Gottes Segen
Und an seiner Gnad‘ gelegen,
Über alles Geld und Gut.
Wer auf Gott sein‘ Hoffnung setzet,
Der behält ganz unverletzet
Einen freien Heldenmut.

Der mich hat bisher ernähret
Und mir manches Glück bescheret,
Ist und bleibet ewig mein.
Der mich wunderlich geführet
Und noch leitet und regieret,
Wird forthin mein Helfer sein.

Viel‘ bemühen sich um Sachen,
Die nur Sorg‘ und Unruh‘ machen
Und ganz unbeständig sind.
Ich begehr‘ nach dem zu ringen,
Was mir kann Vergnügen bringen
Und man jetzt gar selten find’t.



Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein;
sanft falle Regen auf deine Felder, und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.
Führe die Straße, die du gehst immer nur zu deinem Ziel bergab;
hab’, wenn es kühl warme Gedanken und den Mond in dunkler Nacht.
Hab’ unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das täglich Brot;
sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt: Du bist schon tot.
Bis wir uns mal wieder sehen, hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt;
Er halte dich in seinen Händen, doch drücke seine Faust dich nie zu fest.
Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott dich fest in seiner Hand,
halte er dich fest in seiner Hand.
Amen.

Hoffnung kann das Herz erquicken;
Was ich wünsche, wird sich schicken,
So es anders Gott gefällt.
Meine Seele, Leib und Leben
Hab‘ ich seiner Gnad‘ ergeben
Und ihm alles heimgestellt.

Er weiß schon nach seinem Willen
Mein Verlangen zu erfüllen,
Es hat alles seine Zeit.
Ich hab‘ ihm nichts vorzuschreiben;
Wie Gott will, so muss es bleiben,
Wenn Gott will, bin ich bereit.



Komm Herr, segne uns
Komm, Herr segne uns, dass wir uns nicht trennen,
sondern überall uns zu dir bekennen.
Nie sind wir allein, stets sind wir die deinen.
Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.
Keiner kann allein Segen sich bewahren.
Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.
Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,
schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.
Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden,
wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.
Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen,
die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn. Amen.


Er erfülle deine Füße mit Tanz
und deine Arme mit Kraft.
Er erfülle dein Herz mit Zärtlichkeit
und deine Augen mit Lachen.
Er erfülle deine Ohren mit Musik
und deine Nase mit Wohlgerüchen.
Er erfülle deinen Mund mit Jubel
und dein Herz mit Freude.
Er schenke dir immer neu
die Gnade der Wüste:
Stille, frisches Wasser
und neue Hoffnung.
Er gebe uns allen immer neu
die Kraft, der Hoffnung
ein Gesicht zu geben.
Es segne dich der Herr.
Amen


Der Herr beschütze dich und behüte dich,
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig,
der Herr erhebe sein Antlitz auf dich und
schenke dir seine Liebe und seinen Frieden.
Amen
Der Herr segne dich und behüte dich.
Er schaffe dir Rat und Schutz in allen Ängsten.
Er gebe dir den Mut, aufzubrechen und die Kraft,
neue Wege zu gehen.
Er schenke dir die Gewissheit, heimzukommen.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott sei Licht auf deinem Wege.
Er sei bei dir, wenn du Umwege und Irrwege gehst.
Er nehme dich bei der Hand und gebe dir viele Zeichen seiner Nähe.
Er erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir seinen Frieden.
Ganzsein von Seele und Leib. Das Bewusstsein der Geborgenheit.
Ein Vertrauen, das immer größer wird und sich nicht beirren lässt.
So segne dich Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Amen



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